Sprechfunk Übungsgenerator

Funkmeldesystem (FMS) – Statusmeldungen im BOS-Funk

Das Funkmeldesystem, kurz FMS, ist die stille Hälfte des BOS-Funks: Statt jede Lageänderung zu sprechen, drückt die Besatzung eine Zifferntaste am Funkgerät – die Leitstelle sieht den neuen Status sofort im Einsatzleitsystem. Das hält den Funkkanal frei für das, was wirklich gesprochen werden muss, und dokumentiert den Einsatzverlauf nebenbei mit Zeitstempel.

Wer Sprechfunk ausbildet, kommt an den Status nicht vorbei: Sie gehören in jede Funkübung genauso wie das Anrufverfahren und das Buchstabieren. Diese Seite erklärt die Statusmeldungen 0 bis 9, die Gegenrichtung von der Leitstelle zum Fahrzeug, die Besonderheiten im Digitalfunk und die Fehler, die in der Praxis am häufigsten passieren.

Was das Funkmeldesystem leistet

FMS überträgt kurze Datentelegramme parallel zum Sprechfunk. Jedes Telegramm enthält die Fahrzeugkennung – Organisation, Landkreis und Fahrzeug – und den aktuellen Status. Entwickelt wurde das Verfahren für den analogen 4-m-Betriebsfunk; im Digitalfunk lebt es als Statusmeldung technisch anders, funktional aber unverändert weiter.

  • Funkdisziplin: Routinemeldungen wie „einsatzbereit“ oder „am Einsatzort“ belegen keine Sprechzeit mehr.
  • Dokumentation: Jeder Statuswechsel wird mit Uhrzeit protokolliert – die Grundlage für Einsatzauswertung und Abrechnung.
  • Disposition: Die Leitstelle sieht auf einen Blick, welche Fahrzeuge verfügbar sind, ohne nachfragen zu müssen.

Statusmeldungen 0 bis 9: Fahrzeug an Leitstelle

Diese Status setzt die Fahrzeugbesatzung. Die Bedeutungen folgen der bundesweit gebräuchlichen Belegung – verbindlich ist immer die Dienstanweisung der zuständigen Leitstelle, weil einzelne Status je nach Bundesland, Organisation und Fachdienst abweichend belegt sind.

FMS-Statusmeldungen vom Fahrzeug an die Leitstelle
Status Bedeutung Wann gedrückt wird
0 Priorisierter Ruf / Notfall Eigengefährdung oder Notfall der Besatzung – hat auf dem Kanal Vorrang vor allem anderen.
1 Einsatzbereit über Funk Fahrzeug ist unterwegs, aber frei und über Funk erreichbar.
2 Einsatzbereit auf Wache Fahrzeug steht am Standort und ist verfügbar.
3 Einsatzauftrag übernommen Auftrag angenommen, Fahrzeug rückt aus und ist auf Anfahrt.
4 Ankunft am Einsatzort Fahrzeug ist an der Einsatzstelle eingetroffen.
5 Sprechwunsch Die Besatzung möchte mit der Leitstelle sprechen und wartet auf Aufforderung.
6 Nicht einsatzbereit Fahrzeug ist außer Dienst – Defekt, Wartung, fehlendes Personal.
7 Einsatzgebunden / Abfahrt vom Einsatzort Im Rettungsdienst: Patient aufgenommen, Transport läuft. Bei anderen Fachdiensten regional unterschiedlich belegt.
8 Ankunft am Zielort Im Rettungsdienst: Krankenhaus erreicht, Übergabe beginnt.
9 Handquittung / Fremdanmeldung Quittung auf eine Anweisung der Leitstelle oder Anmeldung in einem fremden Leitstellenbereich.

Merkhilfe für die Ausbildung: 1 und 2 heißen „frei“, 3 und 4 begleiten die Anfahrt, 7 und 8 den Transport, 6 heißt „gar nichts geht“.

Gegenrichtung: Statuskennungen der Leitstelle

Auch die Leitstelle kann Status an das Fahrzeug senden – sie erscheinen im Display und werden traditionell mit Buchstaben bezeichnet. Ihre Belegung ist deutlich uneinheitlicher als die der Ziffernstatus und wird regional festgelegt. Häufig verwendet werden:

Statuskennungen der Leitstelle an das Fahrzeug
Kennung Typische Bedeutung
C Sprechaufforderung – die Leitstelle bittet um Meldung über Funk.
E Einrücken – Einsatz beendet oder abgebrochen.
F Melden über Fernsprecher – Rückruf per Telefon statt über Funk.
J Anweisung abwarten – Auftrag folgt.

Weil die Belegung örtlich variiert, gehört sie in die Einweisung am Fahrzeug – und nicht ins Auswendiglernen aus dem Internet. Für die Übung reicht es zu wissen: Ein Status der Leitstelle ist eine Anweisung und will quittiert werden.

Status im Digitalfunk

Im Digitalfunk BOS heißt das Verfahren nicht mehr FMS, die Bedienung fühlt sich aber gleich an: Die Statusmeldung wird als kurzes Datentelegramm über das TETRA-Netz gesendet, die Kennung des Geräts liefert die OPTA mit. Drei Unterschiede sind für die Ausbildung relevant:

  • Mehr Statuswerte: Der Digitalfunk ist nicht auf zehn Ziffern begrenzt; Leitstellen können zusätzliche Status vergeben.
  • Rückmeldung: Das Gerät zeigt an, ob der Status zugestellt wurde – im Analogfunk blieb das ungewiss.
  • Nur im Netzbetrieb: Statusmeldungen brauchen TMO. Im Direktbetrieb (DMO) an der Einsatzstelle erreichen sie die Leitstelle nicht – dort wird wieder gesprochen.

Die häufigsten Fehler im Umgang mit dem Status

  • Status vergessen: Der Klassiker – das Fahrzeug ist längst zurück, steht für die Leitstelle aber noch auf 3. Wer nicht auf 1 oder 2 zurückgeht, fehlt in der Disposition.
  • Status statt Meldung: Status 4 sagt „wir sind da“ – nicht, was vorgefunden wurde. Die Lagemeldung ersetzt er nie.
  • Sprechwunsch ohne Geduld: Nach Status 5 wird gewartet, bis die Leitstelle aufruft – nicht sofort dazwischengefunkt.
  • Status während der Fahrt: Tasten drücken ist Beifahrersache. Wer fährt, funkt nicht.
  • Fremde Belegung angenommen: Status 7 und 8 bedeuten im Rettungsdienst etwas anderes als in mancher Feuerwehr. Im Zweifel gilt die örtliche Regelung.

Status in der Sprechfunkübung trainieren

Am Funkgerät sind Status eine Taste – im Kopf sind sie eine Entscheidung. Genau die lässt sich in einer BOS-Sprechfunkübung trainieren, auch ohne Anbindung an ein echtes Einsatzleitsystem: Die Übungsleitung spielt die Leitstelle und lässt den Status ansagen, statt ihn zu drücken.

  • Status mitsprechen: „Florian Musterstadt 1/44/1 – Status 3, kommen.“ Die Übungsleitung quittiert und notiert die Zeit.
  • Statuskette abfahren: Jeder Teilnehmer durchläuft zu seinem Szenario die Folge 3 – 4 – 7 – 8 – 1 und meldet jeden Wechsel.
  • Lücken einbauen: Die Übungsleitung fragt gezielt bei Fahrzeugen nach, die den Statuswechsel „vergessen“ haben – der Lerneffekt sitzt danach.

Den zeitlichen Rahmen dafür liefert der Nachrichtenplan: Er zeigt der Übungsleitung live, welche Meldung als Nächstes fällig ist.

Funkübung mit Statusmeldungen vorbereiten

Teilnehmer mit Funkrufnamen eintragen, Funksprüche wählen – Vordrucke, Nachrichtenplan und Live-Übungsleitung erzeugt der Generator. Kostenlos, ohne Anmeldung, quelloffen.

Übung erstellen Sprechfunk-Regeln BOS-Funk Grundlagen