Funkübung im THW – aus der Praxis der Standortausbildung
Der Sprechfunk Übungsgenerator ist im THW entstanden: entwickelt von einem Bereichsausbilder Sprechfunk, erprobt in der Standortausbildung mehrerer Ortsverbände. Die mitgelieferten Funkspruch-Vorlagen stammen aus echten THW-Übungslagen – Hochwasser, Unwetterschäden, Erkundungsaufträge, Materialanforderungen und Stärkemeldungen. Damit steht eine komplette Sprechfunkübung für den Ortsverband in wenigen Minuten: kostenlos, ohne Anmeldung, quelloffen.
Kurz gesagt
Der Übungsgenerator ist im THW entstanden und in der Standortausbildung mehrerer Ortsverbände erprobt. Die mitgelieferten Vorlagen stammen aus echten THW-Übungslagen mit Erkundungsaufträgen, Materialanforderungen und Stärkemeldungen. Geübt wird mit den eigenen HEROS-Rufnamen des Ortsverbands. Zwischen SprFuGA und SprFuFü hält die Standortausbildung die Routine wach.
Sprechfunk in der OV-Ausbildung wachhalten
Zwischen Grundausbildung und Einsatz liegt oft viel Zeit – und im Einsatz muss der Funkverkehr sitzen, gerade wenn Trupps über mehrere Einsatzstellen verteilt arbeiten. Eine regelmäßige Funkübung im Ausbildungsdienst hält die Abläufe frisch:
- Anrufverfahren und Betriebswörter sauber anwenden, bis sie automatisch kommen.
- Stärkemeldungen absetzen und aufnehmen – die Übungstexte enthalten Meldungen im gewohnten Format („Verlassen mit der Stärke 0/1/1//2 die Unterkunft“).
- Buchstabieraufgaben nach der Buchstabiertafel: Ortsnamen und Objekte in GROSSBUCHSTABEN müssen buchstabiert werden.
- Nachrichten dokumentieren auf Meldevordruck und Nachrichtenvordruck – beides erzeugt der Generator als PDF je Teilnehmer.
So bleibt vom Zugtrupp bis zur jüngsten Fachgruppe jeder am Gerät – ob im Digitalfunk über eine Übungs-Rufgruppe oder analog.
Die Sprechfunkausbildung im THW: SprFuGA und SprFuFü
Der Grundsatz steht in der THW-Verfügung zur Sprechfunkausbildung: Jede Helferin und jeder Helfer im THW muss ein Sprechfunkgerät bedienen und auch im Notfall einen Funkspruch absetzen können. Seit der flächendeckenden Einführung des Digitalfunks stehen dem THW deutlich mehr Geräte zur Verfügung – entsprechend mehr Einsatzkräfte nutzen sie bei Übungen und Einsätzen selbst.
Die Ausbildung ist zweistufig aufgebaut:
| Ausbildung | Umfang | Inhalt und Zielgruppe |
|---|---|---|
| SprFuGA Sprechfunk als Grundausbildungsthema |
12 Unterrichtseinheiten | Teil der Grundausbildung (Lernabschnitt 9.4), durchgeführt von einem Bereichsausbilder oder einer Bereichsausbilderin. Befähigt zur Teilnahme am Sprechfunkverkehr und zur Wahrnehmung der StAN-Funktion „Sprechfunker/-in“ in allen Teileinheiten des Technischen Zuges und des LuK-Stabes. |
| SprFuFü Sprechfunk als Führungsthema |
weitere 10 Unterrichtseinheiten | Vertiefende Schulung zu Kommunikationsplanung, Gateway- und Repeaterschaltungen sowie Relaisstellenbau. Zielgruppe: Einheitsführer/-innen, Unterführer/-innen sowie Helfer/-innen der Führungseinheiten Zugtrupp, FGr FK und LogFü. |
Ergänzend stehen zwei E-Learning-Module auf der Lernplattform ILIAS zur Verfügung („Sprechfunk Modul A+B“), die alle BOS bundesweit einheitlich verwenden. Sie dienen der Wissensvertiefung im Selbststudium und ersetzen die praktische Ausbildung nicht. Maßgeblich für Themenpläne, Qualifikationsvoraussetzungen und Eintragungen in THWin ist immer die Verfügung in ihrer jeweils gültigen Fassung.
THW-Funksprüche aus echten Übungen
Die Anwendung bringt 3.684 fertige Funksprüche mit, darunter mehrere Vorlagen, die in THW-Ortsverbänden für Standortübungen geschrieben wurden. Typische Texte:
- „Erkunden Sie die Pumpanlage im Bereich der Hauptstraße und melden Sie das Ergebnis.“
- „Benötigen zwei zusätzliche Tauchpumpen an der Einsatzstelle SCHULZENTRUM.“
- „Haben Einsatzstelle erreicht, kein Kartenmaterial vorhanden, erbitten Lotsen.“
- „Melden Sie Ihre Stärke und den Standort.“
Wer die Übung auf den eigenen Ortsverband zuschneiden will, lädt eigene Texte als Textdatei hoch – mit den Heros-Rufnamen, Objekten und Straßen aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich. Details dazu auf der Seite Funksprüche.
Vom Generator bis zur Nachbesprechung
- Übung anlegen: Teilnehmer mit Funkrufnamen eintragen – Zugtrupp, Bergungsgruppe, Fachgruppen, gerne auch die Küche. Anzahl der Funksprüche je Teilnehmer festlegen, Vorlage wählen.
- Unterlagen verteilen: Jeder Teilnehmer bekommt seine Funksprüche als PDF-Vordruck oder öffnet seinen persönlichen Link am Smartphone – ganz ohne App und ohne Konto (mehr dazu unter digitale Funkübung).
- Übung führen: Die Übungsleitung sieht den kompletten Nachrichtenplan live: welche Nachricht abgesetzt ist, wie das Tempo ist, wo es hakt – und dokumentiert Anmeldungen, Stärkemeldungen und Notizen.
- Nachbesprechen: Anhand des Nachrichtenstatus lässt sich die Übung strukturiert auswerten: Was wurde sauber abgewickelt, wo gab es Wiederholungen, wie war die Funkdisziplin?
Für den schnellen Einstieg gibt es die Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Was die Standortausbildung leisten muss
Die Grundausbildung Sprechfunk vermittelt das Verfahren, die Standortausbildung hält es wach. Zwischen zwei Lehrgängen liegen oft Monate, in denen niemand ans Gerät geht. Genau in dieser Zeit entsteht die Unsicherheit, die im Einsatz stört.
Praktisch heißt das: kurze Einheiten in regelmäßigen Abständen. Zwanzig Minuten Funkbetrieb im Rahmen eines Dienstabends bringen mehr als eine Übung im Jahr, weil sie wiederholt werden können.
Die Sprechfunkausbildung für Führungskräfte baut darauf auf. Wer den Verkehrskreis führen soll, muss die Betriebsworte kennen und ihre Wirkung auf den Kanal einschätzen können.
Mit HEROS-Rufnamen üben
Die Funkrufnamen des Ortsverbands gehören in die Übung, nicht erfundene Namen. Ein Teilnehmer, der ein halbes Jahr mit HEROS Musterstadt 25 geübt hat, meldet sich im Einsatz ohne Nachdenken.
Praktisch trägt man die Rufnamen der tatsächlich vorhandenen Einheiten und Fahrzeuge ein. Die vierstellige Systematik macht dabei die Zuordnung sichtbar: An der Ziffernfolge erkennen die Teilnehmer, mit welcher Teileinheit sie sprechen.
Für Führungskräfte sind die Personenrufnamen mit den Ziffern 91 bis 99 vorgesehen. Wer sie in die Übung nimmt, übt gleich die Unterscheidung zwischen Funkstelle und Person.
Aus welchen Ortsverbänden die Vorlagen stammen
Die mitgelieferten THW-Vorlagen sind keine Redaktionsarbeit, sondern gefunkte Übungen. Fünf Ortsverbände haben ihre Lagen beigesteuert, und jede lässt sich vollständig durchblättern.
Zur Auswahl stehen 752 Nachrichten aus Lehrte als große Unwetterlage, 400 Nachrichten aus Melle mit Stabsrahmen und Pegelmeldungen sowie 200 Standortmeldungen aus Saarstedt zum Buchstabieren.
Kleiner, aber zugeschnitten sind 92 Nachrichten aus Essen zu einem Deichbruch an der Emscher und 118 Nachrichten aus Leer zu einer Sturmlage in Ostfriesland. Wer eigene Lagen beisteuern will, schickt sie als Textdatei an das Projekt.
Stärkemeldungen als Zahlenübung
Die Stärkemeldung ist die dankbarste Zahlenübung im THW, weil sie im Einsatz ständig vorkommt. Aus den Vorlagen stammt etwa: „Unsere Stärke ist 1/2/9//12.“
Die Ansage folgt festen Regeln. Die Ziffern werden einzeln gesprochen, die Zwei als „zwo“, und die Gesamtzahl nach dem doppelten Schrägstrich wird mitgesprochen. Wer das zum ersten Mal aufnimmt, verwechselt regelmäßig Führungskräfte und Unterführer.
Als Gegenprobe eignet sich die Frageform aus derselben Vorlage: „Frage: Wie ist Ihre Stärke?“ Damit entsteht ein vollständiger Verkehr aus Frage, Antwort und Bestätigung.
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