Meldevordruck und Nachrichtenvordruck
Im BOS-Sprechfunk werden Nachrichten nicht aus dem Kopf abgesetzt, sondern schriftlich vorbereitet und aufgenommen. Dafür gibt es zwei Vordrucke: den Meldevordruck im Format A5 für eine einzelne Nachricht und den Nachrichtenvordruck, der vier Nachrichten auf einer Seite bündelt. Beide sorgen dafür, dass Absender, Empfänger und Nachrichtentext vollständig dokumentiert sind – im Einsatz genauso wie in der Sprechfunkübung.
Kurz gesagt
Im BOS-Sprechfunk werden Nachrichten schriftlich aufgenommen, nicht aus dem Kopf abgesetzt. Dafür gibt es zwei Vordrucke: den Meldevordruck in A5 für eine einzelne Nachricht und den Nachrichtenvordruck mit vier Nachrichten je Blatt. Beide stehen hier als leere PDF zum Ausdrucken bereit. Der Generator befüllt sie für eine Übung auch automatisch.
Leere Vordrucke als PDF herunterladen
Die Vordrucke lassen sich unverändert ausdrucken und als Blankoformulare in der Ausbildung verwenden. Sie sind Bestandteil dieses Open-Source-Projekts und stehen unter der EUPL-1.2-Lizenz.
Aufbau des Meldevordrucks
Der Meldevordruck hält die Angaben fest, die eine Nachricht nachvollziehbar machen:
- Nummer – laufende Nummer der Nachricht, in Übungen wahlweise der Fälligkeitszeitpunkt als X+n.
- Absender – Funkrufname der Stelle, die die Nachricht absetzt.
- Empfänger – ein einzelner Funkrufname, mehrere Empfänger oder alle Teilnehmer.
- Nachrichtentext – der eigentliche Wortlaut des Funkspruchs.
- Verfasser – wer die Nachricht inhaltlich verantwortet.
Auf den vom Generator erzeugten Vordrucken steht am Fuß der Hinweis „Wörter in GROSSBUCHSTABEN müssen buchstabiert werden“. Damit ist für die Teilnehmer sofort erkennbar, welcher Teil des Textes nach der Buchstabiertafel zu buchstabieren ist.
Wann Meldevordruck, wann Nachrichtenvordruck?
- Meldevordruck: eine Nachricht je Blatt, viel Platz zum Mitschreiben. Gut geeignet für die Grundausbildung und für Übungen, in denen sauber formulierte Meldungen im Mittelpunkt stehen.
- Nachrichtenvordruck: vier Nachrichten je Seite, deutlich weniger Papier. Sinnvoll bei längeren Übungen mit vielen Funksprüchen je Teilnehmer.
In der Teilnehmeransicht der Anwendung lässt sich jederzeit zwischen beiden Darstellungen umschalten – am Rechner mit den Tasten M und N.
Die Felder des Meldevordrucks
Der Vordruck ist in drei Bereiche geteilt. Oben stehen die Angaben zur Nachricht: Absender, Empfänger, Datum, Uhrzeit und die laufende Nummer. In der Mitte steht der Nachrichtentext. Unten wird vermerkt, wer die Nachricht aufgenommen und wer sie weitergeleitet hat.
Die laufende Nummer wird unterschätzt. Sie erlaubt es, eine Nachricht später eindeutig zu benennen, ohne den Text zu wiederholen. In einer Übung mit achtzig Nachrichten ist das der Unterschied zwischen einer präzisen Rückfrage und einer langen Suche.
Die Uhrzeit wird beim Empfang eingetragen, nicht beim Absetzen. Wer beides braucht, notiert die Absetzzeit im Text.
Warum mitgeschrieben wird
Im Sprechfunk gilt: geschrieben wird, was gesendet wird. Das klingt selbstverständlich und ist im Übungsbetrieb die häufigste Fehlerquelle. Teilnehmer schreiben, was sie erwarten, und ergänzen aus dem Zusammenhang.
Deshalb wird der Text vollständig aufgenommen und nicht zusammengefasst. Bei Zahlen, Ortsangaben und Eigennamen wird zurückgefragt, wenn etwas unklar bleibt. Das Betriebswort für die Wiederholung ist dafür vorgesehen und kein Zeichen von Unaufmerksamkeit.
In der Nachbesprechung lassen sich die Vordrucke gegen die Vorlage halten. Abweichungen sind der konkreteste Ausbildungsnachweis, den eine Sprechfunkübung liefert.
Wann welcher Vordruck passt
Der Meldevordruck in A5 nimmt eine Nachricht auf und ist für Funkstellen gedacht, die wenige Nachrichten bekommen. Er lässt sich einzeln weitergeben, was in einer Führungsstelle praktisch ist.
Der Nachrichtenvordruck bündelt vier Nachrichten auf einem Blatt. Für eine Übung mit acht Sprüchen je Stelle bedeutet das zwei Blätter statt acht. Das spart Papier und macht den Verlauf auf einen Blick sichtbar.
In der Teilnehmeransicht lässt sich zwischen beiden Darstellungen umschalten. Für die Ausbildung ist der Meldevordruck der bessere Einstieg, weil ein Blatt je Nachricht die Struktur deutlicher zeigt.
Vordrucke in der Übung einsetzen
In der Übung braucht jede Funkstelle mindestens so viele Vordrucke, wie sie Nachrichten aufnimmt. Zwei Blätter Reserve je Stelle verhindern Unterbrechungen, wenn jemand sich verschreibt.
Bewährt hat sich, die Vordrucke vorab mit dem eigenen Rufnamen zu versehen. Das spart pro Nachricht ein paar Sekunden und verhindert Verwechslungen, wenn am Ende alle Blätter zusammenkommen.
Nach der Übung werden die Vordrucke eingesammelt und gegen den Nachrichtenplan gehalten. Wer das zweimal gemacht hat, erkennt die typischen Auslassungen: fehlende Uhrzeit, fehlende laufende Nummer, gekürzter Text.
Vordrucke automatisch befüllen lassen
Für eine Übung müssen die Vordrucke nicht von Hand ausgefüllt werden: Der Sprechfunk Übungsgenerator verteilt die Funksprüche auf die Teilnehmer und erzeugt daraus fertige PDF-Druckunterlagen – je Teilnehmer als Meldevordruck oder Nachrichtenvordruck, auf Wunsch gebündelt als ZIP-Datei für die gesamte Übung.