Sprechfunk Übungsgenerator

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 7 Minuten · von Johannes Rudolph, Bereichsausbilder Sprechfunk (THW)

Das Regiebuch der Funkübung – automatisch statt handgeschrieben

Das Herzstück jeder Sprechfunkübung ist das Regiebuch: die vollständige Übersicht, welche Funkstelle wann welche Nachricht an wen absetzt. Klassisch entsteht es in mühsamer Handarbeit – Tabelle anlegen, Sprüche verteilen, Kopien für die Übungsleitung. Der Sprechfunk Übungsgenerator erzeugt diesen Nachrichtenplan automatisch: Aus Teilnehmerliste und Funkspruch-Vorlage entsteht die komplette Übungsregie – und während der Übung wird daraus ein Live-Cockpit für die Übungsleitung – einer von mehreren Bausteinen der Anwendung.

Kurz gesagt

Das Regiebuch ist die vollständige Übersicht, welche Funkstelle wann welche Nachricht an wen absetzt. Der Generator erzeugt es als Nachrichtenplan automatisch aus Teilnehmerliste und Funkspruch-Vorlage. Während der Übung wird daraus ein Live-Cockpit mit Status, Fortschritt und Funklast. Für die Nachbesprechung bleibt der Verlauf als Debrief-PDF erhalten.

Eine Zeile des Nachrichtenplans Aufbau einer Zeile im Nachrichtenplan: laufende Nummer, absetzende Funkstelle, Empfänger und Status der Nachricht 14 Nummer Heros 24/51 sendet Heros 24/10 empfängt offen Status
Jede Zeile nennt Nummer, absetzende Funkstelle, Empfänger und Status.

Der Nachrichtenplan: alle Sprüche, alle Wege

Beim Erstellen der Übung verteilt der Generator die Funksprüche auf die Teilnehmer – als Nachricht an einen einzelnen Empfänger, an mehrere Stellen oder an alle. Das Ergebnis ist ein vollständiger Nachrichtenplan:

  • jede Nachricht mit Absender, Empfänger und Wortlaut,
  • eingebaute Buchstabieraufgaben und Lösungswort-Buchstaben auf einen Blick,
  • die passenden Druckvordrucke je Teilnehmer als PDF.

Damit weiß die Übungsleitung jederzeit, was auf der Rufgruppe passieren soll – und kann gezielt mithören, ob es auch so passiert.

Live-Übungsleitung: Fortschritt, Tempo, Funklast

Während der Übung wird das Regiebuch lebendig: Sobald Teilnehmer ihre Nachrichten in der Teilnehmeransicht abhaken, aktualisiert sich die Ansicht der Übungsleitung in Echtzeit.

Live-Status der Übungsleitung mit Uhrzeit, Laufzeit, X-Zeit, Fortschritt und Plan-Vergleich
Der Live-Status während der Übung: Laufzeit, Fortschritt und der Vergleich mit dem Zeitplan.
  • Fortschritt und Restdauer: Wie viele Nachrichten sind durch, wie lange läuft die Übung voraussichtlich noch?
  • Tempo und Funklast: Wird zügig gearbeitet oder staut sich der Verkehr auf der Rufgruppe? Die Kennzahlen zeigen, wann nachgesteuert werden sollte.
  • Status je Funkstelle: Anmeldungen, Stärkemeldungen und Notizen zu jedem Teilnehmer lassen sich direkt dokumentieren – das Übungsprotokoll entsteht nebenbei.
  • Filter und Suche: Bei großen Übungen behält die Leitung den Überblick, welche Stelle noch offene Sprüche hat.

Auch die Übungsleitung braucht dafür kein Konto und keine Installation – der Übungsleitungs-Link genügt, egal ob am Laptop im Führungsraum oder am Tablet neben dem Funkgerät.

Nachbesprechung mit Substanz

Nach der Übung liefert der Nachrichtenplan die Grundlage für die Auswertung: Welche Nachrichten wurden abgesetzt, wo gab es Lücken, wie haben sich Tempo und Funklast über den Abend entwickelt? Zusammen mit den Notizen der Übungsleitung entsteht so eine strukturierte Nachbesprechung – deutlich belastbarer als das Bauchgefühl nach neunzig Minuten Funkverkehr. Wie die Übung davor aufgebaut wird, zeigt der Ablaufplan unter Funkübung für den Dienstabend.

Was im Nachrichtenplan steht

Der Nachrichtenplan ist eine Tabelle mit einer Zeile je Funkspruch. Jede Zeile nennt die absetzende Funkstelle, den oder die Empfänger, den Nachrichtentext und eine laufende Nummer. Die Nummer ist im Übungsbetrieb wichtiger, als sie aussieht: Wenn eine Funkstelle meldet, sie habe Spruch 14 nicht verstanden, findet die Übungsleitung ihn ohne Suchen.

Dazu kommt der Status je Nachricht. Offen heißt, die Funkstelle hat den Spruch noch nicht abgesetzt. Übertragen setzt der Teilnehmer selbst, per Klick in der Tabelle oder mit der Leertaste in der Vordruckansicht. Die Übungsleitung sieht beides in derselben Zeile und muss nicht nachfragen.

Bei zehn Funkstellen mit je acht Funksprüchen umfasst der Plan achtzig Zeilen. Handschriftlich ist das eine Stunde Arbeit vor der Übung, und jede Änderung an der Teilnehmerliste macht die Hälfte davon zunichte.

X-Zeit: der Zeitplan hinter dem Plan

Der Nachrichtenplan sagt, was gefunkt wird, aber nicht wann. Dafür gibt es die X-Zeit. Sie ist eine relative Zeitangabe ab Übungsbeginn: X+15 bedeutet fünfzehn Minuten nach dem Start. Der Vorteil gegenüber einer festen Uhrzeit liegt darin, dass sich eine Verzögerung am Anfang nicht durch den ganzen Plan schleppt.

In der Übungsleitung wird die X-Zeit-Basis auf den tatsächlichen Übungsbeginn gesetzt. Danach rechnet die Ansicht mit. Sie zeigt die laufende Uhrzeit, die Laufzeit seit Beginn und den Vergleich zwischen Soll und Ist. Wer vierzig Minuten nach dem Start bei Spruch 30 von 80 steht, weiß, dass die Übung länger dauert als geplant.

Wie die Slots zustande kommen, entscheidet sich vorher im Generator: Intervall und Start-Offset legen die Zeitachse fest, bevor der Plan gedruckt wird. Die Formel dahinter steht mit einem durchgerechneten Beispiel auf der eigenen Seite.

Praktisch nutzt man das, um gegenzusteuern, bevor die Zeit knapp wird. Zwei Funkstellen mit weniger Sprüchen entlasten den Kanal sofort.

Fortschritt, Tempo und Funklast lesen

Die Übungsleitung zeigt drei Werte, die zusammen ein Bild ergeben. Der Fortschritt nennt abgesetzte gegen geplante Nachrichten. Das Tempo rechnet daraus Nachrichten je Minute. Die Funklast zeigt, wie dicht der Kanal belegt ist.

Die Funklast ist der Wert, auf den es im Übungsbetrieb ankommt. Ein offener Kanal verträgt nur eine Sprechfunkverbindung gleichzeitig. Wenn zehn Funkstellen gleichzeitig senden wollen, entstehen Wartezeiten, und Teilnehmer beginnen, in Pausen hineinzusprechen. Genau dann lohnt der Hinweis auf das Betriebswort für die Wartezeit.

Eine Heatmap über die letzten fünf Minuten macht Spitzen sichtbar. Sie hilft bei der Nachbesprechung mehr als der Eindruck, es sei viel oder wenig los gewesen.

Nachbesprechung mit Zahlen statt Erinnerung

Am Ende einer Übung fragt die Übungsleitung meist, wie es gelaufen ist. Die Antworten sind höflich und ungenau. Das Debrief-PDF liefert stattdessen den Verlauf: welche Funkstelle wie viele Nachrichten abgesetzt hat, wann welcher Spruch übertragen wurde und wo Lücken blieben.

Damit lassen sich konkrete Punkte ansprechen. Eine Funkstelle mit drei von zehn Sprüchen hatte entweder ein technisches Problem oder hat sich nicht getraut. Beides ist ein Ergebnis, mit dem man arbeiten kann.

Die Notizfelder der Übungsleitung wandern in dasselbe PDF. Wer während der Übung einen Verstoß gegen die Funkdisziplin notiert, hat ihn in der Nachbesprechung mit Nummer und Uhrzeit vorliegen. Das Regiebuch bleibt so nach der Übung ein Ausbildungsnachweis. Erzeugt wird das alles kostenlos und ohne Anmeldung im Browser.

Wenn der Plan nicht aufgeht

Kein Übungsverlauf hält sich an den Plan. Eine Funkstelle fällt aus, weil das Handfunkgerät leer ist. Eine andere versteht drei Sprüche hintereinander nicht. Beides ist normal und muss nicht korrigiert werden.

Die Übungsleitung kann Nachrichten neu zuordnen, Notizen setzen und den Fortschritt einzelner Stellen anpassen. Wichtiger ist die Entscheidung, ob man eingreift. Eine Übung, in der die Leitung jede Verzögerung glattbügelt, übt vor allem die Leitung.

Für den Ausfall einer Funkstelle gibt es eine einfache Regel: Nachrichten an eine nicht erreichbare Stelle bleiben offen und werden in der Nachbesprechung besprochen. Im Einsatz wäre es genauso.

Eine Vorlage für die Führungsstelle

Wer den Nachrichtenplan aus der Sicht einer Führungsstelle üben will, braucht Nachrichten mit Führungsinhalt. Standortmeldungen genügen dafür nicht.

Im Archiv liegt dafür die Vorlage aus Melle: 400 Nachrichten mit Pegelmeldungen, Behandlungsplätzen, Einsatzabschnitten und Kanalzuweisungen.

Sie ist die fachdichteste des Bestands und setzt Kenntnis der Abkürzungen voraus. Für die Grundausbildung ist sie zu schwer, für eine Stabsrahmenübung genau richtig.

Notizen während der Übung

Die Übungsleitung kann zu jeder Nachricht eine Notiz setzen. Bewährt hat sich, nicht den Fehler zu notieren, sondern den Wortlaut: Was genau wurde gesagt, statt der Bewertung.

In der Nachbesprechung lässt sich damit konkret arbeiten. Ein zitierter Satz ist überprüfbar, eine Einschätzung nicht.

Regiebuch automatisch erstellen lassen

Teilnehmer eintragen, Umfang festlegen – den Nachrichtenplan, die Vordrucke und das Live-Cockpit erzeugt der Generator. Kostenlos, ohne Anmeldung, quelloffen.

Übung erstellen Digitale Funkübung Zur Anleitung

Häufige Fragen

Was ist das Regiebuch einer Funkübung?

Die vollständige Übersicht, welche Funkstelle wann welche Nachricht an wen absetzt. Klassisch entsteht es in mühsamer Handarbeit.

Muss ich den Nachrichtenplan selbst schreiben?

Nein. Der Generator erzeugt ihn automatisch aus Teilnehmerliste und Funkspruch-Vorlage.

Was zeigt die Live-Übungsleitung?

Fortschritt, Tempo und Funklast während der Übung – aus dem Nachrichtenplan wird ein Live-Cockpit.

Hilft das bei der Nachbesprechung?

Ja. Die aufgezeichneten Daten liefern die Grundlage für eine Nachbesprechung mit Substanz statt aus dem Gedächtnis.

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