Sprechfunk-Regeln im BOS-Funk – die Grundlagen zum Auffrischen
Ob Feuerwehr, THW, Rettungsdienst oder Hilfsorganisation: Der Sprechfunkbetrieb der BOS folgt gemeinsamen Regeln, die in der Dienstvorschrift PDV/DV 810 (Sprechfunkdienst) und den darauf aufbauenden Vorschriften der Organisationen beschrieben sind. Diese Seite fasst die wichtigsten Regeln zusammen – als Auffrischung vor der nächsten Funkübung oder als Begleitmaterial für die Grundausbildung. Sie ersetzt keine Vorschrift und keinen Lehrgang, macht aber wieder sattelfest.
Die Grundsätze: kurz, klar, diszipliniert
- Erst denken, dann drücken, dann sprechen: Die Eselsbrücke „Denken – Drücken – Schlucken – Sprechen“ verhindert verschluckte Wortanfänge und unnötige Korrekturen.
- Kurz fassen: Nur senden, was der Empfänger für sein Handeln braucht. Höflichkeitsformen („bitte“, „danke“, „Grüße an…“) entfallen.
- Deutlich und gleichmäßig sprechen: normales Sprechtempo, das Funkgerät macht aus Nuscheln kein Hochdeutsch.
- Keine Namen und personenbezogenen Daten, soweit vermeidbar – der Funkverkehr kann mitgehört werden.
- Rufgruppe freihalten: Vor dem Senden hineinhören, laufenden Funkverkehr nicht unterbrechen. Vorrang hat, wer eine dringende Meldung hat – nicht, wer am schnellsten drückt.
Zusammengefasst heißt das Funkdisziplin – und genau sie entscheidet in echten Lagen darüber, ob die Rufgruppe trägt oder zusammenbricht.
Anruf und Anrufantwort
Jede Verbindung beginnt mit dem Anruf: zuerst der Funkrufname der Gegenstelle, dann das Wort von, dann der eigene Funkrufname, abgeschlossen mit kommen:
Anruf: „Florian Musterstadt 11/1 von Florian Musterstadt 47/1 – kommen!“
Anrufantwort: „Hier Florian Musterstadt 11/1 – kommen!“
Nachricht: „Übernehmen Sie die Wasserversorgung am Abschnitt Nord – kommen!“
Bestätigung: „Verstanden – Ende!“
Merkregel für die Reihenfolge: „Wen rufe ich – von wem – kommen.“ Erst wenn die Gegenstelle geantwortet hat, wird die eigentliche Nachricht gesendet. Das Gespräch beendet, wer es begonnen hat – mit Ende.
Die wichtigsten Betriebsworte
| Betriebswort | Bedeutung |
|---|---|
| „kommen“ | Aufforderung an die Gegenstelle zu antworten – schließt jede eigene Durchsage ab, auf die eine Antwort erwartet wird. |
| „Ende“ | Das Gespräch ist beendet, die Rufgruppe ist wieder frei. |
| „verstanden“ | Empfangsbestätigung: Die Nachricht ist angekommen und wurde inhaltlich erfasst. |
| „wiederholen Sie“ | Bitte um erneute Durchgabe, wenn etwas nicht verstanden wurde – gezielt auch für Teile („wiederholen Sie ab Hausnummer“). |
| „ich wiederhole“ | Kündigt die eigene Wiederholung einer Nachricht oder eines Teils an. |
| „Frage“ | Leitet eine Frage ein („Frage: Standort? – kommen“). |
| „ich buchstabiere“ | Kündigt das Buchstabieren eines schwierigen Wortes nach Buchstabiertafel an. |
| „warten“ | Die Gegenstelle soll auf Empfang bleiben, die Antwort folgt in Kürze. |
Buchstabieren und Zahlen ansagen
Namen, Straßen und ungewöhnliche Begriffe werden nach der Buchstabiertafel buchstabiert – angekündigt mit „ich buchstabiere“. Im BOS-Bereich sind je nach Bundesland und Organisation die klassische deutsche Tafel (Anton, Berta, Cäsar), die DIN 5009:2022 mit Städtenamen oder – bei internationaler Zusammenarbeit – das NATO-Alphabet üblich; innerhalb einer Übung gilt: eine Tafel für alle.
Bei Zahlen gilt: einzeln und unmissverständlich aussprechen, „zwo“ statt „zwei“ (Verwechslungsgefahr mit „drei“), Uhrzeiten vierstellig („eins-vier-drei-null Uhr“). Genau diese Fertigkeiten trainieren die Buchstabieraufgaben und Zahlen-Funksprüche im Übungspool.
Nachrichten aufnehmen: schreiben, was gesendet wird
Wichtige Nachrichten werden nicht nur gehört, sondern schriftlich aufgenommen – im Einsatz wie in der Übung auf dem Meldevordruck. Das zwingt zum Mitschreiben in Echtzeit, deckt Lücken sofort auf („wiederholen Sie ab…“) und liefert der Übungsleitung später die Grundlage für die Auswertung: Gesendetes und Aufgenommenes lassen sich Wort für Wort vergleichen.
Regeln kann man lesen – Funkdisziplin muss man üben
Anruf, Betriebsworte und Buchstabieren sitzen erst, wenn sie regelmäßig unter leichtem Druck angewendet werden. Genau dafür gibt es den Sprechfunk Übungsgenerator: Er verteilt über 1.800 Funksprüche auf die Teilnehmer, erzeugt Vordrucke und Regiebuch und begleitet die Übung live – vom kurzen Dienstabend bis zur eingekleideten Szenario-Übung.
Die nächste Sprechfunkübung starten
Teilnehmer eintragen, Funksprüche wählen – Vordrucke, Nachrichtenplan und Live-Übungsleitung erzeugt der Generator. Kostenlos, ohne Anmeldung, quelloffen.