Kostenlos ohne Sternchen – und warum das so bleibt
Der Sprechfunk Übungsgenerator ist aus dem Ehrenamt heraus entstanden: als Werkzeug, um die eigene Sprechfunkausbildung ohne stundenlange Handarbeit vorzubereiten. Daraus ist ein freies Community-Projekt für die gesamte BOS-Familie geworden – Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen. Drei Versprechen gelten dabei ohne Kleingedrucktes: kostenlos, quelloffen, datensparsam.
Kurz gesagt
Der Sprechfunk Übungsgenerator ist kostenlos und quelloffen unter der EUPL-1.2. Es gibt keine Preisstufen, keine Teilnehmergrenzen, kein Benutzerkonto und keine Werbe-Cookies. Der Quellcode liegt öffentlich auf GitHub und ist damit nachprüfbar statt nur versprochen. Entstanden ist das Projekt aus dem Ehrenamt.
Keine Tarife, keine Limits, keine Testphase
Es gibt keine Preisstufen und keine Premium-Funktionen: Jede Wehr, jeder Ortsverband und jede Bereitschaft nutzt denselben vollen Funktionsumfang – 3.684 Funksprüche, PDF-Vordrucke, Teilnehmer-Links und die Live-Übungsleitung.
- keine Begrenzung der Teilnehmerzahl oder der Übungen pro Monat,
- keine ablaufende Testphase, kein „Upgrade für mehr Funktionen“,
- keine Werbung und kein Verkauf von Nutzerdaten – das Projekt muss niemanden refinanzieren.
Quelloffen unter EUPL-1.2 – nachprüfbar statt versprochen
Der komplette Quellcode steht auf GitHub unter der EUPL-1.2 – der Open-Source-Lizenz der Europäischen Union, die auch in deutschen Behörden anerkannt ist. Für Organisationen heißt das:
- Nachprüfbarkeit: Wer wissen will, was die Anwendung mit Eingaben macht, kann es im Code nachlesen – niemand muss einem Werbeversprechen vertrauen.
- Unabhängigkeit: Das Projekt kann nicht „eingestellt und abgeschaltet“ werden, ohne dass die Community es weiterführen könnte. Wer will, betreibt eine eigene Instanz.
- Mitgestaltung: Fehlermeldungen, Funkspruch-Spenden und Verbesserungsvorschläge laufen offen über GitHub-Issues – viele Funktionen sind aus Wünschen von Ausbildern entstanden.
Wer hinter dem Projekt steht, steht unter Über den Autor; wie die Inhalte gepflegt und Fehler korrigiert werden, unter Über das Projekt.
Wer beigetragen hat
Der mitgelieferte Bestand an Übungsfunksprüchen stammt aus Übungen der THW-Ortsverbände Essen, Leer, Lehrte, Melle und Saarstedt. Dazu kommen zwei organisationsübergreifende Bestände ohne einzelne Herkunft: kurze Meldungen für die Grundausbildung und eine Sammlung humorvoller Lagen für den Jugendabend.
Genannt wird dabei nur, wer ausdrücklich zugestimmt hat – das Beitragsformular fragt das mit einem eigenen Häkchen ab. Die vollständige Liste steht in CONTRIBUTORS.md.
Am meisten fehlen Bestände von Feuerwehren, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen – der jetzige Bestand ist stark THW-geprägt. Wie sich eine eigene Sammlung beisteuern lässt, steht in CONTRIBUTING.md und in kurzer Form unter Einbetten und weitergeben.
Die Übungstexte selbst stammen aus echten Übungen und werden von Praktikern kuratiert statt maschinell erzeugt – fachlich geprüfte Funksprüche nach BOS-Sprechfunkregeln, keine plausibel klingenden Zufallstexte.
Datensparsam: kein Konto, keine Werbe-Cookies
Übungen anlegen, teilnehmen, leiten – alles funktioniert ohne Benutzerkonto, ohne E-Mail-Adresse und ohne App-Installation. Eine Übung enthält nur die Daten, die die Übungsleitung selbst einträgt; üblich sind Funkrufnamen statt Klarnamen. Der Zugriff läuft über Links und Übungscodes, die nur die eigene Gruppe kennt.
Die Reichweitenmessung erfolgt cookielos und anonym (GoatCounter) – es gibt keine Werbe- oder Tracking-Cookies und entsprechend auch kein Cookie-Banner. Details stehen in der Datenschutzerklärung.
Mitmachen: so hilft die Community dem Projekt
- Funksprüche beisteuern: Gute Übungstexte aus der eigenen Organisation erweitern den Pool für alle.
- Fehler melden: Ein kurzes GitHub-Issue genügt – auch ohne Programmierkenntnisse.
- Weitersagen: Die beste Unterstützung ist eine Empfehlung an die Nachbarwehr oder den nächsten Ortsverband.
Was quelloffen konkret bedeutet
Die EUPL-1.2 ist die Open-Source-Lizenz der Europäischen Kommission. Sie erlaubt Nutzung, Weitergabe und Veränderung und verlangt, dass abgeleitete Werke unter derselben oder einer verträglichen Lizenz stehen.
Für einen Ortsverband oder eine Wehr heißt das erst einmal wenig, denn die Nutzung ist ohnehin frei. Wichtig wird es, wenn jemand die Anwendung auf einem eigenen Server betreiben oder anpassen will. Beides ist ausdrücklich erlaubt.
Nachprüfbar ist damit auch, was die Anwendung mit Daten tut. Wer wissen will, welche Felder in der Datenbank landen, kann es im Quellcode nachlesen statt einer Zusicherung zu glauben.
Datensparsamkeit im Betrieb
Gespeichert werden die Übungsdaten: Kopfdaten, Funkrufnamen, Funksprüche und der Status der Nachrichten. Sie liegen in einer Datenbank, damit Teilnehmer und Übungsleitung dieselbe Übung sehen. Ein Benutzerkonto gibt es nicht.
Die Reichweitenmessung läuft über GoatCounter, ohne Cookies und ohne personenbezogene Daten. Werbenetzwerke sind nicht eingebunden, weil es keine Werbung gibt.
Funkrufnamen sind allerdings keine anonymen Daten, wenn sie Personenrufnamen enthalten. Wer das vermeiden will, trägt für die Übung taktische Rufnamen ein statt Namen von Helfern.
Wie das Projekt weiterlebt
Getragen wird die Anwendung aus dem Ehrenamt. Das begrenzt die Geschwindigkeit, mit der Wünsche umgesetzt werden, hat aber einen Vorteil: Es gibt keinen Grund, Funktionen hinter einer Bezahlschranke zu halten.
Wer beitragen will, braucht keine Programmierkenntnisse. Fehlermeldungen mit einer genauen Beschreibung helfen am meisten, danach kommen Funkspruch-Vorlagen aus der eigenen Praxis.
Der Quellcode und die Fehlerliste liegen öffentlich auf GitHub. Änderungen laufen über Pull Requests, damit nachvollziehbar bleibt, was wann warum geändert wurde.
Was kostenlos in der Praxis bedeutet
Kostenlos heißt hier ohne Preisstufen und ohne Grenze bei Teilnehmern oder Übungen. Es gibt keine Testphase, die abläuft, und keine Funktion, die nach einer Zeit verschwindet.
Für eine Wehr oder einen Ortsverband entfällt damit die Beschaffung. Wer eine Übung vorbereiten will, öffnet die Seite und fängt an.
Kostenlos, ohne Konto – und die Kehrseite
Kostenlos und quelloffen sind zwei Zusagen, die getrennt zu betrachten sind. Was die erste im Einzelnen abdeckt – keine Zahlungsdaten, kein Konto, keine Testphase, keine Bezahlschranke – steht ausführlich unter Funkübung kostenlos und ohne Anmeldung.
Dort steht auch, was das Fehlen eines Kontos kostet: ohne Identität gibt es keinen Zugriffsschutz und keine Rechteverwaltung. Wer das nicht tragen kann, findet unter den Wegen zur Sprechfunkübung im Vergleich die Merkmale der Alternativen nebeneinander.
Beide Seiten benennen die Grenzen dieses Projekts ausdrücklich. Eine Übersicht, die nur Vorteile aufzählt, hilft bei der Entscheidung nicht weiter.
Betrieb auf eigener Infrastruktur
Wer die Anwendung im eigenen Netz betreiben will, kann das Repository klonen und selbst bauen. Nötig sind Node.js und eine Firebase-Konfiguration für die Datenhaltung.
Sinnvoll ist das vor allem, wenn Übungsdaten das eigene Netz nicht verlassen sollen.
Aus demselben Projektumfeld
Nach denselben Grundsätzen – kostenlos, quelloffen unter EUPL-1.2, ohne Anmeldung – ist auch der digitale Einheiten-Erfassungsbogen entstanden. Er erfasst Einheit, Einsatz, Personal, Fahrzeuge und Sofortbedarf im Browser, zählt die Stärke zusammen und funktioniert komplett offline.
Der ausgefüllte Bogen lässt sich als PDF drucken und per QR-Code von Gerät zu Gerät übergeben, ganz ohne Internetverbindung. Der Quellcode liegt wie bei diesem Projekt öffentlich auf GitHub.
Einfach ausprobieren – mehr braucht es nicht
Keine Registrierung, keine Freischaltung, kein IT-Projekt: Übung erstellen, Links verteilen, funken. Wie das geht, zeigt die Schritt-für-Schritt-Planung.