Sprechfunk Übungsgenerator

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 6 Minuten · von Johannes Rudolph, Bereichsausbilder Sprechfunk (THW)

Funkübungen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz

Im Einsatz arbeiten Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, ASB, Johanniter und Malteser auf denselben Rufgruppen – geübt wird der Sprechfunk aber meist getrennt und viel zu selten. Der Sprechfunk Übungsgenerator senkt die Hürde: Eine komplette Funkübung für den Katastrophenschutz ist in wenigen Minuten vorbereitet, mit fertigen Übungstexten, Druckunterlagen und einer Live-Ansicht für die Übungsleitung – kostenlos, ohne Anmeldung, für jede Organisation.

Kurz gesagt

Im Einsatz arbeiten Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, ASB, Johanniter und Malteser auf denselben Rufgruppen, geübt wird der Sprechfunk aber meist getrennt. Der Generator senkt die Hürde: eine komplette Funkübung ist in wenigen Minuten vorbereitet, für Bereitschaften, Einsatzeinheiten und Züge. Organisationsübergreifende Übungen sind ausdrücklich vorgesehen.

Getrennt üben oder gemeinsam Zwei Spalten im Vergleich: getrennte Übung je Organisation gegenüber gemeinsamer Übung auf einer Rufgruppe Getrennt geübtje Organisation eigene Übungeigene Rufnamenkeine Abstimmung nötig Gemeinsam geübteine Rufgruppefremde Rufnamen im VerkehrMeldewege werden sichtbar
Im Einsatz arbeiten mehrere Organisationen auf einer Rufgruppe, geübt wird meist getrennt.

Für Bereitschaften, Einsatzeinheiten und Züge

Die Übung passt sich der eigenen Struktur an – die Teilnehmer sind einfach die Funkstellen, die du eintragen willst:

  • DRK-Bereitschaften: Einsatzeinheiten mit Sanitäts-, Betreuungs- und Technik-Teileinheiten, die untereinander und mit der Führung Meldungen austauschen.
  • DLRG-Einsatzeinheiten: Wasserrettungszüge, Bootstrupps und Führungsstellen – auch mit wasserrettungsspezifischen eigenen Funksprüchen.
  • Regieeinheiten und Züge der Kommunen: vom Betreuungsdienst bis zur Fachgruppe – jede Funkstelle bekommt ihre eigenen Aufträge.

Jeder Teilnehmer wird mit seinem Funkrufnamen eingetragen – ob Rotkreuz, Pelikan, Heros oder Florian. Die Anwendung verteilt die Funksprüche automatisch als Nachrichten an einzelne, mehrere oder alle Gegenstellen.

Fernmeldeübung: Meldewege und Dokumentation üben

Eine Fernmeldeübung trainiert mehr als das Sprechen: Es geht um saubere Meldewege, vollständige Dokumentation und darum, unter Last den Überblick zu behalten – Fähigkeiten, die in Stäben, Führungsstellen und an Meldeköpfen gebraucht werden.

  • Aufnehmen und Weiterleiten: Nachrichten auf dem Meldevordruck dokumentieren – der Generator erzeugt die Vordrucke für jeden Teilnehmer als PDF.
  • Buchstabieren: Ortsnamen und Fachbegriffe nach der Buchstabiertafel (DIN 5009), als automatisch eingebaute Buchstabieraufgaben.
  • Funklast aushalten: Wenn mehrere Stellen gleichzeitig senden wollen, zeigt sich, ob Anrufverfahren und Funkdisziplin sitzen. Die Übungsleitung sieht Tempo und Funklast live im Nachrichtenplan.

3.684 fertige Funksprüche aus Katastrophenschutz-Lagen – Hochwasser, Unwetter, Erkundung, Logistik, Betreuung – liegen bei; eigene Texte lassen sich als Textdatei ergänzen.

Organisationsübergreifend üben

Gerade die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen profitiert von gemeinsamen Übungen: gleiche Sprechweise, gleiche Vordrucke, gleiche Erwartung an eine vollständige Meldung. Da die Anwendung weder Konten noch Installation braucht, können Helferinnen und Helfer aller Organisationen sofort mitmachen – jeder öffnet einfach seinen persönlichen Teilnehmer-Link am Smartphone oder bekommt seine Unterlagen auf Papier.

Auch verteilte Übungen sind möglich: Die Teilnehmer sitzen an ihren Standorten, gefunkt wird über eine gemeinsame Rufgruppe, und die Übungsleitung verfolgt alles zentral – mehr dazu unter digitale Funkübung.

Wenn mehrere Organisationen zusammen üben

Im Einsatz treffen Feuerwehr, THW, DRK, DLRG und andere auf derselben Rufgruppe aufeinander. Geübt wird meist getrennt, und die Unterschiede fallen erst im Einsatz auf. Sie liegen selten im Verfahren, denn das ist in der PDV/DV 810.3 gemeinsam geregelt.

Auffällig sind die Rufnamen. Wer Florian und Heros kennt, aber Rotkreuz oder Pelikan noch nie gehört hat, zögert bei der Anrufantwort. Eine gemeinsame Übung mit gemischten Kennwörtern behebt das in einer Stunde.

Praktisch trägt man die Funkstellen mehrerer Organisationen in dieselbe Übung ein. Die Verteilung mischt dann Nachrichten über die Organisationsgrenzen hinweg.

Fernmeldeübung: Meldewege statt Sprechen

Eine Fernmeldeübung geht über das Sprechen hinaus. Geübt wird der vollständige Weg einer Nachricht: aufnehmen, auf dem Vordruck festhalten, weiterleiten und den Empfang bestätigen lassen.

Dafür braucht es mindestens drei Ebenen, etwa zwei Einsatzabschnitte und eine Führungsstelle. Nachrichten, die über die Führungsstelle laufen, zeigen sofort, wo Informationen verloren gehen.

Aus den Vorlagen passt dazu: „2 TLF 16 sofort einsetzen Hildesheimer Str. und dem dortigen Einsatzleiter unterstellen. Erreichen des Einsatzortes melden.“ Der Auftrag enthält eine Rückmeldepflicht und erzeugt damit einen zweiten Funkverkehr.

Bereitschaften, Einsatzeinheiten und Züge

Die Übung folgt der vorhandenen Struktur, weil die Funkstellen mit ihren realen Rufnamen eingetragen werden. Eine Einsatzeinheit mit vier Fahrzeugen ergibt vier Funkstellen plus Führung.

Bei größeren Verbänden lohnt die Aufteilung in Abschnitte mit je eigener Rufgruppe. Eine Übung mit zwanzig Stellen auf einem Kanal erzeugt fast nur Wartezeit.

Die Führungsstelle bekommt dabei bewusst mehr Nachrichten als die übrigen Stellen. Das entspricht der Einsatzrealität und macht die Belastung der Führung im Nachrichtenplan sichtbar.

Zur Übungsvorbereitung im Zug- oder Verbandsrahmen gehört auch, Personal, Stärke und Fahrzeuge der beteiligten Einheiten zu erfassen. Genau dafür gibt es den digitalen Einheiten-Erfassungsbogen, ein zweites Werkzeug desselben Autors: kostenlos, ohne Anmeldung und komplett offline im Browser. Der ausgefüllte Bogen lässt sich als PDF drucken und per QR-Code ohne Netz an ein anderes Gerät übergeben. Wer Fahrzeuge und Personal so beisammen hat, hat damit auch die Funkstellen für die Teilnehmerliste der Übung.

Vorlagen mit mehreren Organisationen

Zwei Vorlagen im Archiv sprechen mehrere Organisationen ausdrücklich an, statt sie nur mitzudenken.

Die Unwetterlage aus Lehrte enthält Aufträge an Feuerwehreinheiten und Meldungen zur zivilen Versorgung, etwa Verbandmaterial über Apotheken und Transportraum für Trinkwasser.

Die Hochwasserlage aus Essen übt Erkundung mit Rückmeldung, Stärkemeldungen und Koordinaten im UTM-Format – Dinge, die in gemeinsamen Übungen regelmäßig schiefgehen.

Rufgruppe für die gemeinsame Übung

Bei organisationsübergreifenden Übungen muss die Rufgruppe vorher abgestimmt sein. Zwei Einheiten auf verschiedenen Gruppen hören sich nicht, und das fällt erst nach der ersten unbeantworteten Anrufantwort auf.

Zuständig ist die Führung, die die Übung anmeldet. Der organisatorische Teil dauert länger als die Vorbereitung der Unterlagen.

Jetzt Funkübung für deine Einheit erstellen

Funkstellen eintragen, Umfang festlegen, Vorlage wählen – Verteilung, Lösungswörter, Druckunterlagen und die Links für Teilnehmer und Übungsleitung erstellt der Generator automatisch.

Übung erstellen Fertige Vorlagen ansehen Zur Anleitung

Häufige Fragen

Für welche Einheiten eignet sich die Übung?

Für Bereitschaften, Einsatzeinheiten und Züge. Die Übung passt sich der eigenen Struktur an, weil die Teilnehmer mit ihren realen Funkrufnamen eingetragen werden.

Können mehrere Organisationen gemeinsam üben?

Ja. Im Einsatz arbeiten Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, ASB, Johanniter und Malteser auf denselben Rufgruppen – organisationsübergreifendes Üben ist ausdrücklich vorgesehen.

Was ist eine Fernmeldeübung?

Eine Übung, in der neben dem Sprechen auch Meldewege und Dokumentation trainiert werden – also das vollständige Aufnehmen und Weiterleiten von Nachrichten.

Was kostet die Nutzung für unsere Organisation?

Nichts. Die Anwendung ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar, für jede Organisation.

Grundlagen und Quellen

Die fachlichen Angaben auf dieser Seite stützen sich auf:

  • PDV/DV 810.3 „Sprechfunkdienst“. Dienstvorschrift für die Abwicklung des Sprechfunkverkehrs und die Sprechfunkausbildung im Bereich des nichtöffentlichen beweglichen Landfunkdienstes der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), mit Ergänzungen für den Katastrophenschutz. Ausgabe 1983, Stand Dezember 1988. Dokument aufrufen. Geprüft am 2026-08-04.
    • Abschnitt 1 – Allgemeines, Geltungsbereich für die BOS

Dass das Verfahren organisationsübergreifend gilt, folgt aus dem Geltungsbereich der Vorschrift. Wie die einzelnen Organisationen üben und welche Rufgruppen sie nutzen, regeln sie dagegen selbst.

Weiterlesen