Sprechfunk Übungsgenerator

Aktualisiert am · Lesezeit ca. 5 Minuten · von Johannes Rudolph, Bereichsausbilder Sprechfunk (THW)

Funkrufnamen – die Adressen im BOS-Sprechfunk

Im BOS-Funk spricht niemand Personen an, sondern Funkstellen: Der Funkrufname ist die taktische Adresse eines Fahrzeugs, einer Führungsstelle oder eines Trupps – unabhängig davon, wer gerade das Mikrofon hält. Wer die Systematik einmal verstanden hat, erkennt am Rufnamen sofort Organisation, Herkunft und Funktion der Gegenstelle. Diese Seite erklärt den Aufbau, listet die gängigen Organisationskennwörter und zeigt, wie Funkrufnamen im Sprechfunkverkehr richtig verwendet werden.

Kurz gesagt

Im BOS-Funk werden keine Personen angesprochen, sondern Funkstellen. Der Funkrufname ist die taktische Adresse eines Fahrzeugs, einer Führungsstelle oder eines Trupps und bleibt gleich, auch wenn die Besatzung wechselt. Er besteht aus Kennwort, Ort und Kennzahlen. Am Kennwort erkennt man die Organisation, etwa Florian für die Feuerwehr.

Aufbau eines Funkrufnamens Aufbau eines Funkrufnamens aus drei Teilen: Kennwort Florian, Ort Musterstadt und Kennzahlen 33/44 Florian Kennwort Musterstadt Ort 33/44 Kennzahlen
Ein Funkrufname besteht aus Kennwort, Ort und Kennzahlen.

Der Aufbau: Kennwort, Ort, Kennzahlen

Funkrufnamen folgen in ganz Deutschland demselben Grundmuster:

Organisationskennwort + Ortsbezeichnung + Kennzahlen

  • Das Organisationskennwort nennt die Organisation – „Florian“ für die Feuerwehr, „Heros“ für das THW, „Rotkreuz“ für das DRK.
  • Die Ortsbezeichnung benennt Gemeinde, Landkreis oder Ortsverband: „Florian Musterstadt“, „Heros Oldenburg“.
  • Die Kennzahlen unterscheiden die einzelnen Funkstellen: Standort, Fahrzeug- oder Einheitstyp und laufende Nummer. Ihre genaue Bedeutung regeln die Bundesländer und Organisationen in eigenen Funkrufnamenrichtlinien – dieselbe Zahl kann in Bayern etwas anderes bedeuten als in Niedersachsen.

Organisationskennwörter im Überblick

Ein Detail, das in der Ausbildung gern untergeht: Viele Organisationen hatten im Analogfunk zwei verschiedene Kennwörter – eines im 4-m-Band und ein abweichendes im 2-m-Band. Im Digitalfunk BOS gilt durchgängig das Kennwort des 4-m-Bandes. Die folgende Übersicht entspricht der Tabelle „Funkkennwörter der BOS“ aus dem Ausbildungshandbuch Sprechfunk im THW.

Funkkennwörter der BOS – 4-m-Band/Digitalfunk und 2-m-Band
Organisation Kennwort 4 m & Digitalfunk Kennwort 2 m
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW)HerosHeros
FeuerwehrFlorianFlorentine (teilweise Florian)
Deutsches Rotes Kreuz (DRK)RotkreuzÄskulap
Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)AkkonJonas
Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)SamaSamuel
Malteser Hilfsdienst (MHD)JohannesMalta
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)PelikanAdler
DRK BergwachtBergwachtBergwacht
KatastrophenschutzbehördeKaterKater

Für die Träger der Rettungshubschrauber gilt zusätzlich das BOS-Kennwort „Christoph“.

Weil die Feuerwehren in kommunaler Trägerschaft stehen, gelten für ihre Funkrufnamen landesspezifische Regelungen; im Digitalfunk BOS wird dort teilweise die OPTA als Funkrufname genutzt. Daneben existieren regionale Besonderheiten – etwa eigene Kennwörter für Rettungsdienst-Leitstellen oder die länderspezifischen Rufnamen der Polizei. Für Übungen gilt: Das Kennwort der eigenen Organisation verwenden, dann stimmt auch der Trainingseffekt.

Beispiele: Feuerwehr und THW

Zwei typische Muster zeigen, wie die Kennzahlen funktionieren:

  • „Florian Musterstadt 1/46-1“ – Feuerwehr Musterstadt, Standort 1, Fahrzeugtyp 46, erstes Fahrzeug dieses Typs. Welche Zahl für welchen Fahrzeugtyp steht (Löschfahrzeug, Drehleiter, Rüstwagen …), legt die Funkrufnamenrichtlinie des jeweiligen Bundeslandes fest.
  • „Heros Musterstadt 21/10“ – THW-Ortsverband Musterstadt. Die THW-Funkrufnamenregelung ist bundesweit einheitlich und vierstellig aufgebaut: Die 1. und 2. Ziffer beschreiben die taktische Einheit oder Dienststelle (hier 21, der Zugtrupp des 1. Technischen Zuges), die 3. und 4. Ziffer die Kfz- oder Personenkennung (hier 10). Steht dort 00, wird die Ziffernfolge nicht mitgesprochen – „Heros Aalen 21/00“ ist also schlicht „Heros Aalen einssundzwanzich“. Details und weitere Beispiele auf der Seite Funkrufnamen im THW.

Im Digitalfunk kommt zusätzlich die OPTA hinzu – die operativ-taktische Adresse, die im Gerätedisplay erscheint. Gesprochen wird aber weiterhin der Funkrufname: Er ist das, was Teilnehmer hören, verstehen und sauber aussprechen müssen.

Funkrufnamen im Sprechfunk richtig verwenden

  • Immer vollständig beim Anruf: zuerst die Gegenstelle, dann „von“, dann der eigene Rufname – „Florian Musterstadt 1/46-1 von Florian Musterstadt – kommen!“ Die ganze Systematik steht unter Sprechfunk-Regeln.
  • Keine Klarnamen: Gesprochen wird die Funkstelle, nicht die Person – auch wenn man genau weiß, wer am anderen Ende sitzt.
  • Kennzahlen ziffernweise: Die Ziffern eines Funkrufnamens sind Kennungen, keine Zahlwerte – „einss – fieärr – sechs“ statt „einsshundärrtsechsundfieärrzich“. Ausgesprochen wird nach der Zahlentafel, also „zwoh“ statt „zwei“. Achtung: Für Zahlen im Nachrichtentext gilt das Gegenteil – die werden als ganze Zahl gesprochen.

Rufnamen üben – mit den eigenen, nicht mit erfundenen

Rufnamen-Sicherheit entsteht durch Wiederholung: hören, zuordnen, korrekt ansprechen. Im Sprechfunk Übungsgenerator trägst du die echten Funkrufnamen deiner Einheit als Teilnehmer ein – der Generator verteilt die Funksprüche darauf und erzeugt Vordrucke und Regiebuch. So prägt sich mit jeder Übung genau die Systematik ein, die im Einsatz gebraucht wird.

Rufnamen im Verkehr richtig verwenden

Beim Anruf wird zuerst die gerufene Stelle genannt, dann die eigene. Die Reihenfolge ist festgelegt und hat einen praktischen Grund: Die gerufene Stelle erkennt am ersten Wort, dass sie gemeint ist, und hört ab da aufmerksam zu.

Innerhalb eines eingespielten Verkehrskreises wird der Rufname häufig verkürzt, etwa nur die Kennzahl ohne Ort. Zulässig ist das, solange keine Verwechslung möglich ist. Sobald fremde Stellen mithören, gilt wieder der vollständige Rufname.

In der Übung lohnt es, beide Formen zu trainieren. Wer nur die Kurzform kennt, fällt bei einer organisationsübergreifenden Lage auf.

Mit den eigenen Rufnamen üben

Teilnehmer mit ihren Funkrufnamen eintragen, Umfang festlegen – den Rest erzeugt der Generator. Kostenlos, ohne Anmeldung, quelloffen.

Übung erstellen Funkrufnamen im THW BOS-Funk Grundlagen Sprechfunk-Regeln

Häufige Fragen

Was ist ein Funkrufname?

Die taktische Adresse einer Funkstelle – eines Fahrzeugs, einer Führungsstelle oder eines Trupps – unabhängig davon, wer gerade das Mikrofon hält.

Wie ist ein Funkrufname aufgebaut?

Aus Kennwort, Ort und Kennzahlen. Nach diesem Muster lässt sich am Rufnamen Organisation, Herkunft und Funktion der Gegenstelle erkennen.

Warum werden keine Personen angesprochen?

Im BOS-Funk spricht niemand Personen an, sondern Funkstellen. Der Rufname bleibt gleich, auch wenn die Besatzung wechselt.

Soll man mit erfundenen Rufnamen üben?

Nein. Geübt wird mit den eigenen Rufnamen, damit die Systematik im Einsatz sitzt.

Grundlagen und Quellen

Die fachlichen Angaben auf dieser Seite stützen sich auf:

  • PDV/DV 810.3 „Sprechfunkdienst“. Dienstvorschrift für die Abwicklung des Sprechfunkverkehrs und die Sprechfunkausbildung im Bereich des nichtöffentlichen beweglichen Landfunkdienstes der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), mit Ergänzungen für den Katastrophenschutz. Ausgabe 1983, Stand Dezember 1988. Dokument aufrufen. Geprüft am 2026-08-04.
    • Abschnitt 1 – Allgemeines, Geltungsbereich für die BOS

Funkrufnamen sind Ländersache: die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland und je Organisation. Die Beispiele zeigen den Aufbau, nicht eine bundesweit gültige Festlegung.

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